Kambodscha

Kambodscha ist ein wunderschönes Land, mit einer gigantischen Vergangenheit, aber mit einer ungewissen Zukunft. Die Kluft zwischen arm und reich ist unvorstellbar, die autokratische „Demokratie“ in allen Teilen korrupt. Die Khmer, die vor vierzig Jahren das Sagen hatten, ziehen immernoch im Hintergrund die Fäden, auch wenn sie sich zu einem vernichtend geringen Teil mittlerweile für ihre Taten in den 1970er Jahren vor Gericht verantworten müssen. Grausam, was die Khmer auszuhalten haben. 
In unseren elf Tagen in Kambodscha konnten wir natürlich nur einen kleinen Teil des Ganzen sehen, aber der Einblick der uns gewährt wurde, vermittelte einen guten Überblick. Kambodscha hat ein Müllproblem, was wohl in Europa – selbst im Vergleich mit Neapel – seinesgleichen sucht. Manchmal beschleicht einen das Gefühl, das ganze Land besteht aus Plastiktüten. Außerhalb der eigenen vier Wände, welche stets gefegt / gewischt werden und immer einen sauberen Eindruck machten, lässt der gemeine Khmer gerne alles dort fallen und liegen, wo er es geöffnet / geleert hat. Große Haufen werden zwischendurch angezündet, ebenso das Straßenbegleitgrün… Diese Einstellung ging uns nach einigen Tagen gehörig auf den Wecker, auch mit Kenntnis der Gesamtumstände kann man jedoch nicht darüber hinwegsehen. Das persönliche Auskommen und die damit verbundenen Sorgen beschäftigen die Menschen derart, dass sie für Nebensächliches einfach kein Auge haben. 
Kambodscha ist von seiner früheren Hochkultur Lichtjahre entfernt. Die Menschen besitzen keinen Stolz mehr, sie haben jeglichen Stolz verloren. 
Es hat uns in Kambodscha wirklich gefallen und es fühlt sich falsch an, so hart mit diesem Land ins Gericht zu ziehen, aber es muss sich noch viel ändern, damit es die Bevölkerung – und damit meinen wir bewusst nicht die Touristen – besser hat. 
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir eine gute Zeit hatten. In großen Teilen ist Kambodscha günstig, das Essen ist toll und es gibt viel zu sehen. Wir können jedem nur empfehlen, Kambodscha zu bereisen und sich ein eigenes Bild zu machen. 

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