Tag 32

Kuching

Da hier die Sonne für gewöhnlich eher untergeht sind die Tage hier auch etwas kürzer – die Sonne verabschiedet sich so gegen halb sieben. Das hieß für uns, wenn wir viel sehen wollen, müssen wir eben auch früh raus. Also verabredeten wir uns heute schon um acht Uhr mit einem Guide, der uns zuerst ins Semenggok Orang  Utan Rehabilitationszentrum fuhr. In einem kleinen Dschungelgebiet 32 km südlich von Kuching versucht man Orang Utans an ein Leben in Freiheit zu gewöhnen. Zweimal am Tag finden hier Fütterungen statt, die von den Besuchern beobachtet werden können. Da wir für die Reise nach Borneo  jedoch die Regenzeit gewählt haben ist der Dschungel prall gefüllt mit Früchten, so dass die Orang Utans nicht unbedingt auf eine Fütterung durch uns angewiesen sind. Trotz dieses Umstandes haben sich drei Orang Utans in unsere Nähe, zum Essen abholen, getraut. Ein wahres Naturschauspiel, dass auch durch die Pfleger nicht wirklich beeinflusst werden kann. 

 

 

Anschließend führte uns der Guide zu einer weiteren Fütterung, die der Krokodile in Jong’s Crocodile Farm. Nicht ganz so beeindruckend, dennoch unsere erste Fütterung  dieser Art. 

 

 

Sehr viel spannender und einzigartig war dann wiederum der Besuch des Langhauses Annah Rais. Der malaysische Teil von Borneo ist in die Teilstaaten Sarawak und Sabah unterteilt. In Sarawak, welchen den größten der insgesamt 13 Teilstaaten von Malaysia darstellt, leben insgesamt 26 verschiedene ethnische Gruppen. Genannt werden häufig jedoch nur die grössten sieben, die der Iban, der Chinesen, der Malaien, der Bidayuh, der Melanau, der Punan und der Kenyah. Jede dieser ethnischen Gruppen lebt auf unterschiedliche Art und Weise. Sie alle leben meist, in der auch heute noch gebräuchlichen Dorfform, in einem Langhaus. Ein Langhaus ist ein festungsartiges Haus, welches auf Pfählen errichtet ist und somit optimalen Schutz vor Fremden, Tieren, Überschwemmungen und vielem mehr bietet. Ein  Langhaus beherbergt immer mehrere Grossfamilien einer ethnischen Gruppe. 

Unser besuchtes, das Annah Rais Langhaus ist eines des Bidayuh-Stammes. Wir wurden mit einem Gläschen Reiswein empfangen und genossen bei einem typischen Monsunregenschauer das Langhaus. Ein Leben hier erfordert sehr viel mehr Toleranz, Hilfsbereitschaft und lässt sehr viel unserer geliebten „deutschen“ Privatsphäre vermissen. In Annah Rais leben alleine 600 Menschen. Unser Guide, der selber hier aufgewachsen ist, konnte uns viel über das Leben hier berichten und uns auch an einigen Besonderheiten teilhaben lassen. So lernten wir, wie man Reis in einem Bambusrohr zubereitet und auch, dass Angreifern früher der Kopf abgeschlagen wurde… Die Schädel kann man heute noch in einem der Häuser sehen, wo sie neben einer Kanone von englischen Siedlern ausgestellt sind.

 

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