Archiv für den Monat: Februar 2013

Luang Prabang

Das Ziel unserer Mekong-Flussfahrt war Luang Prabang, wo wir in einem tollen Boutique-Hotel übernachteten. Der Ort und das Hotel gefielen uns so gut, dass wir sogar eine Nacht länger blieben, als wir ursprünglich geplant hatten.
Luang Prabang ist eine alte Königsstadt und zählt seit 1995 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Bevor jetzt falsche Vorstellungen zur Größe der Stadt aufkommen, sei an dieser Stelle angemerkt, dass Luang Prabang etwa 50.000 Einwohner zählt. Der Stadtkern ist wirklich liebenswert, wozu auch die Auflagen der UNESCO beitragen dürften, welche unnötige Veränderungen des Stadtbilds untersagen. Somit wird man beispielsweise nicht von Leuchtwerbungen erschlagen, in den Straßen rund um den Nachtmarkt zieren geschnitzte Holztafeln die Eingänge der Geschäfte und Reisebüros. Der Nachtmarkt, der eigentlich von ca. 18:00 – 22:00 Uhr stattfindet, lädt zum Bummeln ein, wenn man der Straße weiter folgt, findet man tolle Restaurants und ohnehin an jeder Ecke leckeres Streetfood.

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Um die Küche von Laos auch zu Hause genießen zu können, habe ich Birgit am Mittwoch zu einem Kochkurs geschickt. 🙂 Hierzu berichtet sie also selbst:

Beim Kochkurs des Tamnak Lao Restaurants, hier genannt Cooking Class, gibt es eine Day Class und eine Evening Class. Beide unterscheiden sich nur in der Länge und dem bei der Day Class stattfindenden Marktbesuch bzw. -einkauf. Da wir jedoch Mittags die viel bessere Idee hatten, und zwar mit Kinderfahrrädern zum dem auf einem Berg gelegenen Kloster Santi Chedi, zu fahren, blieb für mich die Evening Class. In der Evening Class traf ich alte bzw. neue Freunde: Jane, Alain und Marie, die wir auf unserer Mekongflussfahrt kennengelernt hatten. Außerdem gesellte sich eine fünfköpfige deutsche Reisegruppe zu uns. Nachdem uns die Zubereitung von fünf typischen laotischen Gerichten im Eiltempo demonstriert wurde, war unsere Schnippel- und Kochkunst gefragt. Zusammen mit Jane und Peter, einem Deutschen aus der vorgenannten Reisegruppe, kochte ich insgesamt drei Gerichte, die ich ganz sicher zu Hause ebenfalls ausprobieren werde. Die Rezepte werde ich in einem anderen Eintrag nochmal aufschreiben. Der Abend endete mit einem gemeinsamen Essen, wobei die beiden laotischen Köche erstaunlicherweise unser zusammengeschustertes Essen ablehnten.

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Tempel sind in Luang Prabang ebenfalls zu besichtigen; in Luang Prabang gibt es ganze 65 und dazu jede Menge Mönche, die hier noch mehr zum Stadtbild gehören, als in zuvor besuchten Städten.
Ein ganz besonderes Erlebnis ist dabei der allmorgendliche Almosengang, der „dag bat.“ Da es diesen eindeutig zu früh am Morgen zu sehen gibt, musste Birgit wieder ohne mich los. 🙂

Hierzu Birgit:
Der Wecker klingelte um halb sechs, ich schwang mich in meine neue Travellerballerbüchs und machte mich mit einem Fahrrad vom Hotel auf den Weg zur Sakkarine Road, einer der wichtigsten Straßen der Stadt. Hier durfte ich Zeuge dieser stillen religiösen Zeremonie werden. Orange gekleidete Mönche schreiten dabei in einer nicht endenden werdenden Reihe die Straße entlang und nehmen schweigend Essensgaben, meist den klebrigen „sticky“ Reis, entgegen. Die Gläubigen können durch die Gaben Verdienste für ihre nächste Wiedergeburt erwerben.
Alles in allem zwar sehr früh am Tag, aber dafür eine zauberhafte Stimmung.

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„Welcome to spicy country“

Mit diesen Worten begrüßte uns unser Reiseleiter, nachdem wir mit dem Boot über den Mekong von Thailand nach Ban Houayxay in Laos übergesetzt hatten. Zuvor hatten wir auf der anderen Flussseite die Ausreise aus Thailand vollzogen, was um einiges leichter war, als die unkoordinierte Einreise nach Laos. Nachdem wir dort am ersten Schalter neben unseren Pässen ein Passfoto und eine Art Selbstauskunft eingereicht hatten, konnten wir die Pässe mit eingeklebtem Visum am Nachbarschalter für 31 Dollar – ein Dollar Sonntagszuschlag – wieder in Empfang nehmen. Klingt eigentlich ganz einfach, aber wenn hunderte Reisende das gleiche vorhaben, dann ist es ganz schön wuselig. Anschließend ging es mit dem Tuk-Tuk zu unserem Boot, mit dem wir die folgenden zwei Tage über den Mekong nach Luang Prabang schippern sollten.

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Für uns zwölf Passagiere, die vier Besatzungsmitglieder und unseren Reiseleiter Ka (dessen Namen ich sicherlich auch falsch schreibe) bot unser Boot ausreichend Platz und so nutzten wir die 150 Kilometer der ersten Etappe, um mit den anderen Gästen ins Gespräch zu kommen.
An Bord fehlte es einem an nichts, neben reichlich Wasser, Kaffee und Tee wurde uns Obst und ein leckeres Mittagessen serviert. Zwischendurch machten wir Halt in der Nähe eines Hmong Dorfes, wo wir beim anschließenden Besuch die Armut der Leute hautnah zu sehen bekamen.

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Am späten Nachmittag erreichten wir unsere Zwischenstation Pakbeng, wo wir gemeinsam mit sechs anderen Gästen und Ka in ein von ihm empfohlenes Restaurant einkehrten. Nach einem feucht-fröhlichen Abendessen suchten wir zeitig das Hotel auf, da es am nächsten Morgen um 07:15 Uhr weitergehen sollte.

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Für Montag standen 180 Flusskilometer auf dem Programm. Unterwegs hielten wir bei einem weiteren Dorf und einer Höhle voller Buddha-Figuren.
Die etwa neun Stunden Fahrt führten erneut vorbei an tollen Landschaften, unterschiedlichsten Felsformationen, Erdnussplantagen und Wasserbüffeln. Es gibt bei dieser Fahrt wirklich durchweg etwas zu sehen und zu entdecken.

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Ermöglicht wurde diese Reise durch Nagi of Mekong, ein Unternehmen, welches wir uneingeschränkt empfehlen können.

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Lanjia Lodge

Von Chiang Rai aus fuhren wir ins 90 Autominuten entfernte Kiew Karn Dorf im Chiang Khong Distrikt, wo sich unsere Unterkunft für den nächsten Tag befindet. Die Lanjia Lodge ist weniger eine einfache Unterkunft, als viel mehr ein Projekt zur Verbesserung des Lebensstandards der Bergvölker. Hierbei handelt es sich um Hmong und Lahu, die vor einigen Jahren von den umliegenden Bergen in das Tal umgesiedelt wurden. So leben in dem Dorf zwei Ethnien zusammen, die sogar zwei verschiedene Sprachen sprechen. Die Lodge wird von Asian Oasis vermarktet und gehört zur Population and Community Development Association. Durch dieses Projekt wurden u.a. Arbeitsplätze im Dorf geschaffen, Straßen gebaut, Mikrokredite ermöglicht und bereits mehr als 3000 Bäume gepflanzt. Sehr wichtig für uns ist auch die ökologische Verantwortung, die langsam in den Bewohnern wach wird. So wird seit letzter Woche (!) der Müll vor Ort getrennt, sodass das Verbrennen desselbigen am Straßenrand hoffentlich bald der Vergangenheit angehört.

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In die Natur fügt sich auch das Haus, in dem wir untergebracht waren. Es handelt sich um ein aus Bambus und Holz errichtetes Haus mit sechs Gästezimmern und einer großen Terrasse mit Blick auf den Mekong und das dahinterliegende Laos.

Unser Führer „Ton“, dessen Namen ich bestimmt falsch geschrieben habe, nahm sich viel Zeit und leitete uns durch den Tag. Auf dem Programm standen nach einer kurzen Einführung der Besuch des Dorfes inklusive einer Batikstunde, zweier Schamanen, einer Aufforstungsfläche, wo wir zwei Bäume pflanzten und einer Teefarm, wo wir mit Blick auf die Plantage in die Künste des Teetrinkens eingeweiht wurden.
Nach dem Abendessen wurde uns eine kleine Tanz- und Musikeinlage geboten, die verwendeten Instrumente – quasi eine Mischung aus Blockflöte und Dudelsack – hätten wir nur zu gerne für unsere Nichten, Neffen und sämtliche Kinder im Bekanntenkreis gekauft und mitgebracht. 🙂 Euer Glück, dass wir mit Rucksack reisen.
Anschließend gab es nur noch das große Haus und uns und wir krochen zeitig unter das Moskitonetz. Lanjia bedeutet auf Hmong wohl nicht umsonst „friedlich“.

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Golden Triangle

Das „Goldene Dreieck“ – dieser Name erweckt Bilder von Bergdörfern, Schlafmohnfeldern, dem dichten grünen Wald und dem gewaltig reißenden Mekong. Eher bringt man das Goldene Dreieck jedoch in Verbindung mit Heroin, welches aus Schlafmohn hergestellt wird und als Schmuggelware über die Grenzen der drei Länder Thailand, Laos und Myanmar in die gesamte Welt gebracht wird und dabei fast die Hälfte des illegalen Heroins in der Welt ausmacht.
Bekannt sind ganz sicher auch die weiteren Schlagworte wie poröse Grenzen, Konfrontationen zwischen Bürgern, Armeen und Polizei und daraus entstehende Bürgerkriege, arme Bergbauern die auf die Produktion bzw. den Handel mit der Droge angewiesen sind, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.
Dieser Punkt, an dem die drei Länder zusammentreffen, reizte uns ebenfalls sehr und verlangte einem Besuch. So starteten wir mit der sehr merkwürdigen Stadt Mae Sai. Mae Sai, eine typische Grenzstadt, die sich im weiteren Strassenverlauf immer mehr Myanmar nähert.

Die überall präsenten Kontrollpunkte der Polizei nehmen in dieser Gegend weiter zu und zum ersten Mal wurden auch wir mit unserem Mietwagen angehalten. Nach einem prüfenden Blick ins Wageninnere, durften wir unseren Weg aber unbehelligt fortsetzen.

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In Mae Sai herrscht reges Markttreiben, jegliche gefälschte Waren werden zum Kauf angeboten. Es ist jedoch schwierig zu erahnen, für wen diese Waren eigentlich angeboten werden. Die Touristen müssten davon Abstand nehmen, da man jede Fälschung sofort erkennt (es gibt hier „Abibas“-Anzüge) oder die Größe der Ware die Qualität der weiteren Reise erheblich behindern würde (Kinderwagen oder riesige Fernrohre, Luftgewehre und Stative). Bei Thais frage ich mich, ob sie diese Gegenstände benötigen. Und zuletzt die Burmesen oder auch die Bergvölker: bei ihnen dürfte der Preis der angebotenen Waren ein Problem sein, denn auch die für sie gemachten Preise übersteigen ihr Einkommen. Es ist vielleicht doch einfach nur eine ganz „normale“ Grenzstadt mit einem riesigen Straßenmarkt.

Neben dem Markt trifft man aber auch auf Frauen der Akha-Bergvölker, die ihre Waren in übergroßen Lastkörben auf ihren Schultern transportieren oder auf Frauen, die ihre Gesichter mit einer hellen Thanaka-Paste geschminkt haben. Unterwegs ist hier irgendwie jeder, auf überladenen Fahrrädern, auf alten Mopeds oder einfach nur zu Fuß.
Unser Reiseführer versprach uns sogar unechte Mönche, wir sahen jedoch nur zwei, die in einer Seitengasse saßen. Sie rubbelten gerade ihren Pincode auf ihrer Guthabenkarte frei, um diesen in ihr Smartphone einzutippen. Gemeinsam mit den von ihnen getragenen Sonnenbrillen, gab es ein interessantes Bild ab.

Einen Abstecher, den man auf keinen Fall versäumen sollte, ist das Museum „Hall of Opium“ im „Golden Triangle Park“, ca. 20 km von Mae Sai entfernt.
Es wurde auf Initiative der verstorbenen Königsmutter Mae Fah Luang als Zeichen im Kampf gegen den illegalen Handel mit Opium und den verheerenden Folgen für die Bewohner Nordthailands gebaut. Sie legte dabei großen Wert darauf, dass die Besucher über jegliche von Drogen verursachten Schäden in sozialer, körperlicher und auch wirtschaftlicher Art, aber auch über die Konsequenzen der Kontrollpolitik informiert werden.
Das Museum ist eine riesige Parkanlage mit einem Ausstellungsbereich und einer wissenschaftlichen Nachforschungsabteilung. Wirklich beeindruckend ist der Anfang der Ausstellung, der mit einem Gang durch einen 137m langen Eingangstunnel beginnt. Die Wände des Tunnels sind mit plastischen Symbolen des Todes, Traumes, Lebens und vielen mehr gestaltet, was eine widerspenstige Stimmung erzeugt.
Anschließend erhält man eine kurze filmische Einführung in die Entstehung des Projektes und des Museums. Der Rest des Museums, für den man sich wirklich viel Zeit nehmen kann, zeigt die Geschichte des Opiumhandels, der Opiumkriege, der medizinischen Bedeutung, Prohibitionsaspekte, Wirkungen von Drogen, den Kampf gegen Drogen, Präventionsbemühungen, Fallstudien und schließlich einem Raum der Reflexionen.
Museen sind in Thailand häufig wenig ansprechend und leider auch lieblos gestaltet. Die „Hall of Opium“ können wir allerdings uneingeschränkt empfehlen. Leider ist Fotografieren im gesamten Museum nicht gestattet, auf Bilder müssen wir deswegen hier verzichten.

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Unser Abendessen war mal wieder ein thailändisches Highlight, wonach wir schon gestern gesucht hatten, es aber erst heute zufällig in der Nachbarschaft gefunden haben. Wir waren für 129 Baht „Hot Pot“ essen. Hot Pot ist sowas wie Raclette und Fondue in einem, worüber wir hier bereits berichtet hatten. Das „Buffet“ ist aber nichts für pingelige Esser, da das Rohfleisch natürlich nicht gekühlt ist und der ein oder andere Bereich schon wie ein Schlachtfeld aussieht. So auch unser Tisch nach dem mehrstündigen, heißen Essen…

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Wer entdeckt den fehlenden Buchstaben? 🙂

2 Tage von Chiang Mai nach Chiang Rai

Unterwegs von Pai auf dem Mae Hong Son Loop über Mae Hon Son, Khun Yuam, Mae Chaem nach Chom Thong saßen wir ca. 300 km, eine Tankfüllung, 2000 Kurven und mindestens 800m Höhenunterschied über 9 Stunden in unserem Mietwagen, einem Honda City. In Deutschland würde man eine solche Tour mit diesem 76 PS-starken Fahrzeug niemals starten….aber wir hatten ja nichts anderes. Während das Auto gegen sich selbst kämpfte, bestaunten wir die sich wandelnde Natur, Tiere am Wegesrand und wurden immer wieder vom schlechten Strassenbelag auf die Route zurückgerufen. Angekommen im Touch Star Resort genossen wir ein tolles Abendbrot und fielen trotz „nur Rumgesitze im Auto“ tot ins Bett.

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Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Chiang Rai. Die Landschaft war um einiges schöner, als am Tag zuvor. Das unbestrittene Highlight auf dieser Strecke war die Baustelle des Wat Rong Khun, welches in einigen Jahrzehnten fertig gestellt sein dürfte. Die Außenanlage mit dem ausgefallenen Design der Gebäude ist das abgefahrenste, was uns bisher auf unserer Reise begegnet ist. Innerhalb des Tempels dürfen leider keine Fotos der Wandmalereien gemacht werden, deswegen an dieser Stelle nur so viel: neben den typischen buddhistischen Motiven, finden sich dort Szenen aus Kung Fu Panda, Matrix und Star Wars. Wat Rong Khun ist definitiv einen Besuch wert!

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Pai – Teil 2

PaiCome HideAway Resort

Die letzten beiden Nächte verbrachten wir im PaiCome HideAway Resort. Die Anlage befindet sich außerhalb des Traveller-wuseligen Ortskerns. Da wir fast die einzigen Gäste waren, hatte unser Aufenthalt einen sehr persönlichen Charakter.

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Hier kamen wir intensiv mit dem Manager ins Gespräch und erhielten viele Tipps zur Erkundung des Gebietes, fernab von den Vorschlägen unseres Reiseführers. Unter anderem riet uns der Manager zum Besuch des Monday Market, gleich in der Nähe des örtlichen Flugplatzes. So machten wir uns, da heute Montag war, um 6:30 Uhr auf den Weg und erlebten einen authentischen Markt der Einheimischen, ohne den sonst üblichen Touristen-Nippes. Hier versorgen sich die Bewohner mit den für die Woche benötigten Lebensmitteln, zusätzlich werden noch Kleider und Werkzeuge angeboten. In den umliegenden Straßen wurde uns noch ein schönes Ritual zuteil. Weiterlesen