Golden Triangle

Das „Goldene Dreieck“ – dieser Name erweckt Bilder von Bergdörfern, Schlafmohnfeldern, dem dichten grünen Wald und dem gewaltig reißenden Mekong. Eher bringt man das Goldene Dreieck jedoch in Verbindung mit Heroin, welches aus Schlafmohn hergestellt wird und als Schmuggelware über die Grenzen der drei Länder Thailand, Laos und Myanmar in die gesamte Welt gebracht wird und dabei fast die Hälfte des illegalen Heroins in der Welt ausmacht.
Bekannt sind ganz sicher auch die weiteren Schlagworte wie poröse Grenzen, Konfrontationen zwischen Bürgern, Armeen und Polizei und daraus entstehende Bürgerkriege, arme Bergbauern die auf die Produktion bzw. den Handel mit der Droge angewiesen sind, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.
Dieser Punkt, an dem die drei Länder zusammentreffen, reizte uns ebenfalls sehr und verlangte einem Besuch. So starteten wir mit der sehr merkwürdigen Stadt Mae Sai. Mae Sai, eine typische Grenzstadt, die sich im weiteren Strassenverlauf immer mehr Myanmar nähert.

Die überall präsenten Kontrollpunkte der Polizei nehmen in dieser Gegend weiter zu und zum ersten Mal wurden auch wir mit unserem Mietwagen angehalten. Nach einem prüfenden Blick ins Wageninnere, durften wir unseren Weg aber unbehelligt fortsetzen.

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In Mae Sai herrscht reges Markttreiben, jegliche gefälschte Waren werden zum Kauf angeboten. Es ist jedoch schwierig zu erahnen, für wen diese Waren eigentlich angeboten werden. Die Touristen müssten davon Abstand nehmen, da man jede Fälschung sofort erkennt (es gibt hier „Abibas“-Anzüge) oder die Größe der Ware die Qualität der weiteren Reise erheblich behindern würde (Kinderwagen oder riesige Fernrohre, Luftgewehre und Stative). Bei Thais frage ich mich, ob sie diese Gegenstände benötigen. Und zuletzt die Burmesen oder auch die Bergvölker: bei ihnen dürfte der Preis der angebotenen Waren ein Problem sein, denn auch die für sie gemachten Preise übersteigen ihr Einkommen. Es ist vielleicht doch einfach nur eine ganz „normale“ Grenzstadt mit einem riesigen Straßenmarkt.

Neben dem Markt trifft man aber auch auf Frauen der Akha-Bergvölker, die ihre Waren in übergroßen Lastkörben auf ihren Schultern transportieren oder auf Frauen, die ihre Gesichter mit einer hellen Thanaka-Paste geschminkt haben. Unterwegs ist hier irgendwie jeder, auf überladenen Fahrrädern, auf alten Mopeds oder einfach nur zu Fuß.
Unser Reiseführer versprach uns sogar unechte Mönche, wir sahen jedoch nur zwei, die in einer Seitengasse saßen. Sie rubbelten gerade ihren Pincode auf ihrer Guthabenkarte frei, um diesen in ihr Smartphone einzutippen. Gemeinsam mit den von ihnen getragenen Sonnenbrillen, gab es ein interessantes Bild ab.

Einen Abstecher, den man auf keinen Fall versäumen sollte, ist das Museum „Hall of Opium“ im „Golden Triangle Park“, ca. 20 km von Mae Sai entfernt.
Es wurde auf Initiative der verstorbenen Königsmutter Mae Fah Luang als Zeichen im Kampf gegen den illegalen Handel mit Opium und den verheerenden Folgen für die Bewohner Nordthailands gebaut. Sie legte dabei großen Wert darauf, dass die Besucher über jegliche von Drogen verursachten Schäden in sozialer, körperlicher und auch wirtschaftlicher Art, aber auch über die Konsequenzen der Kontrollpolitik informiert werden.
Das Museum ist eine riesige Parkanlage mit einem Ausstellungsbereich und einer wissenschaftlichen Nachforschungsabteilung. Wirklich beeindruckend ist der Anfang der Ausstellung, der mit einem Gang durch einen 137m langen Eingangstunnel beginnt. Die Wände des Tunnels sind mit plastischen Symbolen des Todes, Traumes, Lebens und vielen mehr gestaltet, was eine widerspenstige Stimmung erzeugt.
Anschließend erhält man eine kurze filmische Einführung in die Entstehung des Projektes und des Museums. Der Rest des Museums, für den man sich wirklich viel Zeit nehmen kann, zeigt die Geschichte des Opiumhandels, der Opiumkriege, der medizinischen Bedeutung, Prohibitionsaspekte, Wirkungen von Drogen, den Kampf gegen Drogen, Präventionsbemühungen, Fallstudien und schließlich einem Raum der Reflexionen.
Museen sind in Thailand häufig wenig ansprechend und leider auch lieblos gestaltet. Die „Hall of Opium“ können wir allerdings uneingeschränkt empfehlen. Leider ist Fotografieren im gesamten Museum nicht gestattet, auf Bilder müssen wir deswegen hier verzichten.

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Unser Abendessen war mal wieder ein thailändisches Highlight, wonach wir schon gestern gesucht hatten, es aber erst heute zufällig in der Nachbarschaft gefunden haben. Wir waren für 129 Baht „Hot Pot“ essen. Hot Pot ist sowas wie Raclette und Fondue in einem, worüber wir hier bereits berichtet hatten. Das „Buffet“ ist aber nichts für pingelige Esser, da das Rohfleisch natürlich nicht gekühlt ist und der ein oder andere Bereich schon wie ein Schlachtfeld aussieht. So auch unser Tisch nach dem mehrstündigen, heißen Essen…

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Wer entdeckt den fehlenden Buchstaben? 🙂

Ein Gedanke zu „Golden Triangle

  1. Icke

    Da fehlt ganz bestimmt ein D und es is eine Fabrik für seidig glänzendes Haar:)
    Was ihr immer alles so wißt…liest sich wie ein ganz exklusiver reiseführer und sorgt dafür, dass wir immer neidischer werden.mist
    grüßis

    Antworten

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