Archiv für den Monat: März 2013

Zurück in Hamburg

Nach 39 Tagen ist unsere Reise vorüber. Neun Tage eher als ursprünglich geplant, aber die Gesundheit geht zweifellos vor. Denguefieber ist ein A*!&#loch.
Der Abschied aus Asien kam somit auch für uns überraschend und im Kopf hatten wir noch gar nicht so richtig mit dem Urlaub abgeschlossen.
Nachdem wir mittlerweile sechs Tage im kalten Hamburg zurück sind, ist es an der Zeit, einen kleinen Rückblick auf die vergangenen Wochen zu werfen.

Thailand
Der Klassiker. In Thailand erlebten wir wohl den angenehmsten Teil unserer Reise. Thailand ist einfach zu bereisen und die Menschen begegneten uns dort mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Bangkok ist eine Großstadt, die glücklicherweise über eine Metro verfügt, die wir während unseres Aufenthaltes sehr geschätzt haben.
Da wir bei unserer letzten Reise schon einiges von Thailand gesehen haben, können wir nach dem Besuch des Nordens zusammenfassend sagen, dass er sich mit dem Süden nur schwer vergleichen lässt. Thailands Norden ist aber auch ohne Strände und Meer einen Besuch wert.
Uns hat es gefallen und wir sagen khop khun khaa und khop khun khap!

Laos
Die Perle! Unsere Anreise mit dem Longboat machte den Besuch des Binnenstaates schon zu Beginn zu etwas ganz Besonderem. Luang Prabang ist eine niedliche Stadt mit dem schönsten Nachtmarkt Südostasiens, in der wir uns vielleicht doch länger hätten aufhalten sollen. Dazu gab es großartiges Essen und ruhige, nette Menschen! Generell war die Zeit, die wir für Laos genommen hatten, zu knapp kalkuliert. Laos hat definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient.

Vietnam
Das Sorgenkind. Laut, überfüllt, chaotisch, mancherorts sehr dreckig, dazu schöne Strände und gutes Essen. Vietnam hat uns insgesamt etwas enttäuscht. Hierzu trugen die Hektik und die fast durchgehend ernsten Mienen der Menschen genauso bei, wie der ständige Versuch, uns über den Tisch zu ziehen. Wir hatten oft das Gefühl, dass es sich um ein großes Volk von Egoisten handelt. Aus welchen Beweggründen auch immer versuchen, viele den für sie größtmöglichen Vorteil aus allem zu ziehen. Ist das Sozialismus? Ohne dieses Verhalten wäre Vietnam wirklich liebreizender.
Von seiner schönsten Seite zeigte sich das Land für uns in Hoi An. Mit dieser Stadt werden wir unsere Erinnerungen an Vietnam verknüpfen und es so – trotz der kleinen Widrigkeiten – in guter Erinnerung behalten.

Insgesamt hatten wir in Südostasien erneut eine schöne Zeit, deren Eindrücke uns noch lange begleiten werden.
Uns wurde erneut bewusst,

  • dass Reichtum kein Indikator für Glück ist,
  • dass Flip-Flops viel bequemer als Schuhe sind,
  • dass man mit wenigen Kleidungsstücken auch lange verreisen kann,
  • dass ein warmes Gericht auch zum Frühstück schmeckt und
  • dass es zu Hause doch am schönsten ist!

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Es gibt jede Menge Tipps und Tricks, die man auf Reisen gebrauchen kann. Manche davon stehen in Reiseführern, weitere hört man von anderen Weltenbummlern und wieder andere lernt man einfach dazu.
Die, die wir dieses Jahr dazugelernt haben, folgen hier:

1. Taxi:
Bei der Ankunft am Flughafen wird man meist von Taxiagenturen überrannt, die noch im Gebäude versuchen, einen Taxischein an Reisende zu verkaufen. Oft ist dann so, dass die Taxen einen Flughafenaufpreis zahlen müssen oder der Aufpreis bei der Agentur bleibt. Soll heißen, dass der Taxifahrer außerhalb des Flughafengeländes einen eigenen Preis festlegen kann und dabei bis um die Hälfte günstiger ist. Wenn das Ende des Geländes in Sichtweite ist, lohnt sich der Weg vielleicht.
Ansonsten immer gerne einen Festpreis mit dem Fahrer ausmachen (zur Not aufschreiben und zeigen) und dann zum Ende der Fahrt nur diesen zahlen.

2. Wäsche:
Bei längeren Reisen sollte man seine Wäsche waschen lassen, so dass man nie mehr Kleidung als für maximal sieben Tage mitschleppen muss. Dies variiert natürlich mit der Witterungslage. Wenn man aber doch gerne in Hotels schläft, anstatt in Mehrbettzimmern der Hostels, aber nicht die hohen Reinigungspreise der Hotels zahlen möchte, dann kann man über Umwege seine Sachen von der Hotelreinigung waschen lassen. Einfach einen Menschen des Vertrauens im Hotel nach dem Ort der Wäscherei fragen, denn diese ist bei kleineren Hotels meist nicht im Haus. Die Partnerwäscherei ist oft um die Ecke – und vor Ort auch viel preiswerter.

3. Essen:
Hot Pot (hier und hier) in Thailand oder Steamboat in Malaysia – diese beiden Möglichkeiten sich sein Abendessen zuzubereiten, sollten unbedingt ausprobiert werden. Selten isst man so landestypisch.

4. Passfotos:
Birgit hatte dieses Jahr vergessen, Passfotos für das Laos-Visum und Vietnam-Visum zu besorgen. Das haben wir dann in Chiang Rai nachgeholt. Zwar sehen die Bilder nach einer kleinen Thai-Retusche aus wie dieselbige, dafür haben aber sechs Fotos umgerechnet 80,00 Baht (also ca. 2,00 Euro) gekostet – und das war ganz sicher schon ein erhöhter Spezialtouristenpreis.

5. Stadt erkunden:
Fahrräder ausleihen ist die beste und schönste Möglichkeit mit der eigenen schönen europäischen Unabhängigkeit einen fremden Ort zu erkunden. Die Kosten liegen meist nur bei max. 2,00 Euro am Tag – dafür entsprechen die Räder nicht unserem Standard – aber Spaß macht es trotzdem.

6. Bahn fahren:
In manchen Ländern gibt es Spezialpreise für Ausländer („Foreigner“). Um die zu umgehen, muss man zum Bahnhof gehen und dort einen hilfsbereiten, englischsprechenden Einheimischen finden. Wenn er die Karten kauft wird es sehr viel billiger und er kann anschließend noch ein kleines Trinkgeld bekommen.

Tipps und Tricks

Nha Trang und Do Swidanija…

Von Danang aus sind wir nach einer weiteren Nachtfahrt im Zug endlich in Nha Trang angekommen. Nha Trang ist eine Küstenstadt in Südvietnam, ca. 450 km von Saigon entfernt. Der Reiseführer verrät uns, dass hier bereits subtropisches Klima herrscht, was wir auch sofort zu spüren bekamen. Bei unserer Ankunft sind es bereits 27 Grad Celsius – um 07:30 Uhr morgens. Zu Fuß gingen wir weiter zum Hotel – von den vietnamesischen Taxifahrern hatten wir bereits die Nase voll – und warteten am Pool, bis wir unser Zimmer beziehen konnten.

Hätte man uns an der Rezeption nicht vergessen, hätten wir womöglich unser Zimmer drei Stunden eher beziehen können. Die „Servicewüste Deutschland“ ist hiergegen echt ein Paradies und wir schätzen unsere Heimat jeden Tag ein bisschen mehr.

Unter den Fußgängern sieht man in Nha Trang tagsüber so gut wie keine Vietnamesen, die meisten fahren Taxi oder Moped. Die Menschen, die sich durch die 35 Grad schleppen sind durchweg Touristen – und die Touristen sind fast alle Russen. Somit ist die gesamte Infrastruktur Nha Trangs auf Russen abgestimmt, was man schon an den Supermärkten und den Beschilderungen der Lokale zu sehen bekommt. Die Restaurants in Nha Trang haben ihr Angebot auf der Speisekarte auch auf Russisch parat und es gibt auch russische Gerichte. So richtig wohl fühlen wir uns hier nicht.

Nha Trang hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten und von hier aus besteht auch die Möglichkeit das Hinterland bzw. die Berge zu bereisen. Wir müssen aber auf sämtliche Touren verzichten, denn ich habe beschlossen krank zu werden. Krank bedeutet hier soviel wie starke Kopfschmerzen, Fieber, Gliederschmerzen und Schüttelfrost – ähnlich einer sehr starken Grippe. Also bleibe ich einen Tag im Bett und warte was passiert. Leider ist keine Besserung eingetreten, so dass wir auf die Konsultierung eines vietnamesischen Arztes oder eines Krankenhauses (wir hatten dort am Vortag schon einen blutverschmierten OP-Kittel auf der Straße liegen gesehen) verzichtet und beschlossen haben, unsere Reise vorzeitig zu beenden.

So begann am nächsten Morgen die Rückreise, zuerst mit einer letzten Taxifahrt zum Flughafen Nha Trang. Während wir die letzten Dinge im Zimmer zusammenpackten, stand für die Einheimischen ab 04:30 Uhr Frühsport am Strand auf dem Programm – und wir schauten ihnen interessiert dabei zu. Dieses für uns so widersprüchliche Volk ist so diszipliniert und ehrgeizig, dass es sich um diese Uhrzeit aus dem Bett quält und Sport treibt?!

Einzelheiten zur Rückreise spare ich mir und euch. Mir ging es aber von Stunde zu Stunde besser und der nach der Rückkehr aufgesuchte Tropenarzt, sagte nur ganz flapps: „Hört sich nach Dengue-Fieber an.“

Während Henning von mir als „die Wundergeheilte“ spricht, bin ich einfach nur froh, dass ich nicht reisekrank bin und überlege schon, wo wir als nächstes hinfahren können…

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Hoi An Photo Tour – und sie lächeln doch!

Dass sich das frühe Aufstehen in einem Land wie Vietnam lohnt, haben wir ja schon ein paar Mal betont. Heute jedoch war es noch besser: während Henning bis neun Uhr schlafen durfte, riss mich gegen halb fünf mein Handywecker mit dem wunderbaren Lied „Pocketful of Sunshine“ aus ruhigen Traumwelten (außerhalb Vietnams) aus meinem Schlaf. Bereits gegen fünf Uhr sollte ein Pick-Up Service für meine gebuchte Hoi An Photo Tour an meinem Hotel bereitstehen.
So geschehen, saß ich kurz nach fünf Uhr in einem hübschen Minivan, in dem noch ein Fahrer, der Fotograf Pieter Janssen und drei Liebhaber der Fotografie saßen. Zwei der Liebhaber hatten so riesige Photoausrüstungstaschen dabei, dass mir Angst und Bange wurde. Naja…abwarten, dachte ich.

Wir fuhren nun einige Kilometer bis zur Fähranlegersteller an der Trân Nhân Tông in Cãm Thanh (in der Nähe des Coconut Village), wo wir wenig später zur gegenüberliegenden Flussseite übersetzten.

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In der Zwischenzeit gab es aber erstmal einen vietnamesischen Kaffee, der immer sehr stark ist und gerne auch entsprechend süß getrunken wird. Dieser war auch wieder anders, denn er wurde als Tasse in einem Glas, gefüllt mit warmen Wasser, serviert. Durch das warme Wasser sollte er nicht so schnell auskühlen…naja. Mit dem warmen Kaffee in der Hand begann nun eine kurze Vorstellungsrunde, in der wir nicht nur uns, sondern auch unsere Kamera vorstellen sollten und wie wir mit ihr am liebsten fotografieren. Das hörte sich sehr romantisch an, dachte ich und gleich überkam mich wieder die Angst vor der vollprofessionellen Ausstattung der anderen drei Kursteilnehmer. So begann der erste, ein Australier aus Brisbane sich und seine Kamera vorzustellen. Seinen Namen habe ich vergessen, wahrscheinlich weil ich mich so über seine Kamera freute. Er holte ganz schüchtern eine der neueren Canon Powershot heraus. Nicht größer als eine Zigarettenschachtel aber mit unendlich vielen Funktionen. Der Photograf Pieter reagierte gelassen, sehr sympathisch, denn es geht ja auch irgendwie in dem kurzen Workshop darum mit seiner Kamera „besser zu fotografieren“. Warum dann also auch nicht mit einer kleinen Digitalkamera?
Mein Nachbar, dessen Namen ich auch nicht mehr weiß, der aber auch aus Australien kam, zauberte eine zehn Jahre alte Pentaxspiegelreflexkamera hervor. Dann war ich an der Reihe und brauchte mit der Canon EOS 500D SLR nun kein schlechten Gewissen mehr zu haben. Immerhin hatte sie mir bisher auch noch nie ihre Dienste versagt. Die letzte an der Reihe, die Tante des jungen Australiers aus Brisbane stach nun alle mit ihrer Canon EOS 5D – übrigens das gleiche Modell wie von Pieter.

Nachdem wir nun also alle wussten, wer wer ist und was wer so an kleiner und großer Technik dabei hat, ging es auf die Fähre und wir setzten über. Auf der anderen Flussseite erwartete uns ein wahres Spektakel – der allmorgendliche Fischmarkt von Hoi An. Pieter gab viele Tips, was man alles beim Photographieren beachten muss. Einige technische Tips im Umgang mit der Kamera waren wirklich neu, andere kannte man schon, nur leider waren sie weit weg gerutscht im Kopf. Also wurde ich durch Pieter an sie erinnert – auch nicht schlecht, dachte ich.

Die Vietnamesen sind ein Volk, die das Wort „Privatssphäre“ nicht kennen. Das rührt daher, dass viele Familienmitglieder und mehrere Generationen meist in einem Haus aufwachsen und dabei alles teilen, wie auch ihr Bett. Während der letzten drei Wochen haben wir darüber hinaus beobachtet, dass Vietnamesen ihrer Körperpflege meist in aller Öffentlichkeit nachgehen, sei es das Schnäuzen, in der Nase bohren, Schminken, Haare entlausen – oder entwirren. Die Liste ist lang. Es gibt also so richtig keine Privatsphäre, aber einfach die Menschen zu fotografieren, weil man glaubt, sie leben so öffentlich und seien daher auch immer ein passendes Motiv, funktioniert auch nicht. Also lernten wir die Begrüßungsworte „Xin Chào“, was soviel wie „Hallo“ bedeutet und das Wörtchen „dep“ mit der Bedeutung „schön“. Beides nacheinander mit einer anerkennenden Pause ausgesprochen öffneten uns nun alle Türen in die verschlossenen Teile der offenen Privatsphäre der Vietnamesen. Ganz schön kurios, aber tatsächlich habe ich somit viel mehr Menschen getroffen, die mich nach dieser Begrüßung anlächelten.

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Pieter führte uns nun direkt zum Fischmarkt, wo wir den Handel beobachten und natürlich nach der erlernten Kontaktaufnahme auch fotografieren durften. Die Zeit verging im Flug, so dass Pieter Mühe hatten uns vier einzusammeln und anschließend zusammenzuhalten. Als Pieter dies gelang, suchten wir ein Frühstückslokal auf, in dem uns ein für Hoi An typisches Baguette – sehr lecker – serviert wurde.

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Später ging es noch in eine Fabrik, in der Fischsoße hergestellt wurde. Wer diesen Geruch von Fischsoße aus der Flasche kennt, der möge ihn sich bitte in einer Fabrik vorstellen! Unglaublich.
Ein paar Tipps für das Fotografieren im Dunkeln lenkten von diesem – man kann echt sagen: Gestank – ab.

Durchs Dorf ging es zurück über den Fischmarkt – der nun als solcher nicht mehr zu erkennen war – zur Fähre und mit dem Rad nach Hoi An. Die Tour war für mich eine Art erster Einblick in lächelnde vietnamesische Gesichter und deren Tagesbeginn. Sehr traurig wiederum, dass es dafür drei Wochen brauchte und es vorher nur mal den ein oder anderen gab, der meine Locken toll fand und mich anlächelte. Das ist irgendwie schade, aber der Morgen mit Pieter und den anderen drei Hobbyfotografen war dafür sehr schön.

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Noch was nebenbei: Pieter lebt übrigens schon acht Jahre in Vietnam und es ist für ihn manchmal immer noch schwer sich als „Fremder“ zurechtzufinden. Manche Erlebnisse, die ich ihm von unserer Reise erzählte sind wohl wirklich „vietnamesisch“ und für einen Mitteleuropäer schwer nachzuvollziehen – für ihn auch nicht.

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Hue, die alte Kaiserstadt

Der Nebel frisst sich den Ai-Van-Son-Gipfel herab, seine 1172 Meter bleiben im weißen Schleier verborgen. Sind es vielleicht sogar schon Wolken, in deren weißen Dickicht unsere Blicke enden? Immerhin befinden wir uns auf dem Hai-Van-Pass, dem Seewolkenpass, der im 15. Jahrhundert die Grenze zwischen Vietnam und dem Königreich Champa markierte. Heute ist es eine Klimagrenze, die Da Nang warm und trocken sein lässt, während es auf nördlicher Seite feucht und kalt sein kann. Feucht und kalt ist es auch während unseres ersten Stopps, den unser angeheuerter Fahrer „Wuk“ – wieder einmal werde ich einen Namen falsch geschrieben haben – angesteuert hat. Mitten im Nebel / Wolkenvorhang befinden sich die Überreste eines Bunkers und einer Bank, die wohl aufgrund der doch etwas sehr speziellen Lage dicht gemacht hat. Wuk trinkt einen Kaffee, den er nicht bezahlen muss, da wir dafür die Geschäftstüchtigkeit einer Verkäuferin zu spüren bekommen. Wir erwehrten uns also ein weiteres Mal, angebotenen Kitsch einzukaufen. Der laut unserem Reiseführer, der von uns mittlerweile liebevoll „Lying Planet“ genannt wird, angepriesenen Aussicht können wir uns aber aufgrund des Nebels / Wolkenvorhangs nicht hingeben.

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Zuvor machten wir Station an den Marmorbergen (Ngu Hanh Son), die wir in weltmännischer Manier mit dem Panoramafahrstuhl erklommen. Oben angekommen gibt es einige Pagoden zu sehen und beim Blick an den Füße des Berges ein Trümmerfeld mit kreischenden Kettensägen oder sonstigen Werkzeugen, mit denen der mittlerweile aus China importierte Marmor zu kunstvollen Statuen bearbeitet wird. Nein, auch hier möchten wir nichts kaufen.

Weiter – mittlerweile hinter dem Seewolkenpass – nach Hue. Zwischenstopp an der Thien-Mu-Pagode, die oberhalb des Parfümflusses liegt. Mit ihrem achteckigen Turm (Thap Phuoc Duyen) ist die Pagode eines der Wahrzeichen Vietnams. Alles hier wurde irgendwann mal zerstört, dann wieder aufgebaut und was hier eigentlich noch original und was irgendein Nachbau ist, dürfte so recht niemand mehr wissen.

Wir fahren weiter zur Zitadelle, die mit ihren zwei Meter dicken und zehn Kilometer langen Mauern und dem breiten Burggraben die Kaiserstadt und die Verbotene Purpurstadt beherbergt. Die Zitadelle ist nicht zu übersehen, ein 37 Meter hoher Flaggenturm weist uns den Weg. Mit uns sind wenige Besucher in der Anlage, was an den unerbitterlichen Temperaturen der mittlerweile vorherrschenden Mittagszeit liegen dürfte.

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Nach zwei Stunden kehren wir zu Wuk zurück und er fährt uns zum späten Mittag in ein Restaurant.

Südlich von Hue gibt es diverse Gräber der Nguyen-Kaiser (1802 – 1945). Wir suchen das Grab von Tu Duc auf, obwohl uns der Lying Planet schon zuvor verraten hat, dass der 153 cm „große“ Tu Duc hier niemals beerdigt wurde. Seine Überreste und der mit ihm vergrabene Schatz sind bis heute verschollen, alle 200 Diener, die ihn beerdigten, wurden anschließend geköpft. Willkommen im 19. Jahrhundert.

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Hoi An

Bereits von unserem Luxusresort aus besuchten wir an einem Abend die nahegelegene Stadt Hoi An. Hierbei handelt es sich um die bisher schönste Stadt, die wir in Vietnam entdeckt haben. Hoi An ist mit seinen Fußgängerzonen, Gassen und Restaurants wirklich sehenswert, des Weiteren ist es ein guter Ausgangspunkt für Tagesausflüge nach My Son, Hue und Motorradtouren ins Hinterland. Fast jeder Tourist lässt sich in einem der vielen Geschäfte etwas schneidern oder sogar Schuhe anfertigen.

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Wir buchten uns für vier Nächte im Hotel The Earth Villa ein, welches erst vor kurzem eröffnet hat. Das Hotel liegt etwa in der Mitte zwischen Zentrum und Strand, so dass wir immer einen längeren Fußweg zurücklegen mussten – was hier wiederum eine ganz neue, ja fast entspannte Erfahrung ist.
An unserem zweiten Tag fuhren wir morgens um fünf mit sechs anderen Touristen nach My Son, dem wichtigsten archäologischen Denkmal Vietnams, welches seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Das frühe Aufstehen wurde mit einem Sonnenaufgang in der seit dem vierten Jahrhundert bestehenden Tempelanlage belohnt.

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Sehr entspannend war für uns, dass wir die einzigen Besucher in der Anlage waren – keine in 30er Gruppen aus einem Reisebus fallenden Koreaner.
Am Eingang verließen wir den Minibus und wurden von einem dort lebenden Hund zum Ticketschalter geführt. In der Anlage scheinen mehrere Hunde zu leben, von denen uns drei bei unserem weiteren Besuch begleiteten. Irgendwie ganz schön niedlich.

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Die Anlage selbst hat im Laufe der Jahrhunderte und auch während des Vietnamkriegs ziemlich gelitten, Vergleiche zu Angkor Wat sollten besser nicht gezogen werden.
Den Rückweg ins Stadtzentrum legten wir mit einem kleinen Boot zurück, wobei noch ein Zwischenstopp in einem Dorf eingelegt wurde, wo alle erdenklichen Gegenstände aus Holz angefertigt werden.

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Am dritten Tag liehen wir uns nach dem Frühstück zwei Fahrräder aus, da Hoi An vermutlich die einzige Stadt in Vietnam ist, in der man nicht sofort überfahren wird. Nachdem wir bei strahlend heißer Sonne eine ausgeschilderte Route fuhren, verbrachten wir den Rest des Tages am Strand, bevor wir abends in der Altstadt lecker essen gingen.

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Die Altstadt von Hoi An zählt übrigens auch zum Weltkulturerbe.

Auf der Suche nach einer Oase

Jeder der mal in Asien oder einfach nur länger auf Reisen war weiß, dass man sich als Mitteleuropäer immer auf der Suche nach sogenannten Oasen befindet. Oasen im Sinne von Orten, an denen man nicht viel mehr sucht als „Ruhe“ – bisher war es bei uns manchmal auch nur eine Couch in einem rund um den Globus bekannten Kaffeehaus mit Apothekenpreisen. Um nicht völlig – nach ständigem Gehupe, dauernden Rumgerotze, lautem Schreien und sonstigen unangenehmen Verhaltensweisen – die Lust am Reisen zu verlieren, checkten wir für drei Nächte im Hyatt Regency Danang ein. Das (fast) erste Lächeln der Vietnamesen, ob echt oder nicht, gab es sogleich bei der Begrüßung und hielt bis zu unserer Abreise an. Das Hotel und jeglicher Service waren traumhaft!

Obwohl wir diesen 5-Sterne-Service nicht unbedingt brauchten, und auch einen kleinen ruhigen Bungalow genommen hätten, haben wir die Tage hier wirklich genossen. Hierzu trugen neben dem wunderschönen Zimmer mit Meerblick auch der märchenhafte, aber menschenleere Strand und die sehr gute Küche bei.

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