Hanoi – die andere Stadt Südostasiens

Nach einem üppigen „À la carte Frühstück“ in unserem Hotel machten wir uns auf den Weg in das französische Viertel Vietnams. Da unser Reiseführer keine sehr detailgetreue Karte anbietet, lernten wir sehr viel mehr Straßen und Viertel kennen, die eigentlich nicht auf dem Weg lagen.

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Unter anderem entdeckten wir, dass es für Vietnamesen wohl günstiger ist, an einem Montag und mit vielen anderen Paaren zusammen zu heiraten. So durften wir als Zaungäste an mehr als 12 Fototerminen von vietnamesischen Hochzeitspaaren teilhaben. Das war schon ein bisschen schräg.

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Im französischen Viertel suchten wir das – laut unserem Reiseführer – fast einzige an einem Montag geöffnete Museum in Hanoi. Am Eingang des gesuchten Revolutionsmuseums erklärte man uns dann, dass das Museum montags und freitags geschlossen sei. Schade. Also weiter in Richtung Ho-Chi-Minh-Mausoleum, diesmal aber einen Weg, den man entgegen der Straßen in der Altstadt, fast als richtigen Fußweg bezeichnen kann. So gelang es uns, auf kürzeren Teilstrecken sogar nebeneinander zu laufen.
Vorbei am Lenindenkmal, kamen wir etwa eine Stunde später auf dem Ba Dinh Platz an, wo Ho-Chi-Minh Vietnam am 02. September 1945 zur Demokratischen Republik erklärte, in dem er dort die Unabhängigkeitserklärung verlas. Heute steht hier das Ho-Chi-Minh-Mausoleum, in dem der für Besucher präparierte Körper des einstigen Nationalhelden angeschaut werden kann. (Montags und freitags geschlossen…)

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Anschließend ging es durch den Verkehrsdschungel zurück in Richtung Hotel. Da in den meisten Bars wirklich schlechte Musik – vermutlich sogar nur für Touristen – gespielt wird, kehrten wir für einige Bier (diesmal auch das Bier „333“) in das Backpacker Hostel in der Ma May Street ein. Eine gute Adresse, wenn man das Backpackerleben in Ruhe beobachten möchte.

Hanoi ist wirklich eine interessante und lebendige Stadt, nur leider muss man sich auf die „anderen“ Manieren der Vietnamesen einstellen. So ist es üblich, dass man ständig schnäuzt und anschließend mit einem kräftigen Schwall auf die Strasse spuckt. Als Fußgänger kann es schon mal passieren, dass man daran teilhaben darf. Der (Nord)Europäer empfindet diese Geste als eklig, aber vor allem als respektlos. Weiterhin bremst der auf dem Moped, im Auto oder auf dem Fahrrad fahrende Vietnamese nie. Er fährt mit steter Miene – sofern das halbe Gesicht nicht ohnehin von einem Mundschutz verdeckt wird – und würde man sich als Fußgänger nicht Hanoi-gerecht verhalten, wäre ein Unfall binnen einer Minute vorprogrammiert. Entgegen anderer Länder Südostasiens sind die Menschen hier auch sehr laut und kommen einem sehr nah, sei es beim Verkaufsgespräch, im Restaurant oder auf der offenen Straße. Ich wage jetzt mal, das hier gezeigte Verhalten als rücksichtslos zu bezeichnen. Schade, das sind wir aus sämtlichen Nachbarländern anders gewohnt.

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Nun sind wir auf die Menschen außerhalb Hanois gespannt.

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