Nha Trang und Do Swidanija…

Von Danang aus sind wir nach einer weiteren Nachtfahrt im Zug endlich in Nha Trang angekommen. Nha Trang ist eine Küstenstadt in Südvietnam, ca. 450 km von Saigon entfernt. Der Reiseführer verrät uns, dass hier bereits subtropisches Klima herrscht, was wir auch sofort zu spüren bekamen. Bei unserer Ankunft sind es bereits 27 Grad Celsius – um 07:30 Uhr morgens. Zu Fuß gingen wir weiter zum Hotel – von den vietnamesischen Taxifahrern hatten wir bereits die Nase voll – und warteten am Pool, bis wir unser Zimmer beziehen konnten.

Hätte man uns an der Rezeption nicht vergessen, hätten wir womöglich unser Zimmer drei Stunden eher beziehen können. Die „Servicewüste Deutschland“ ist hiergegen echt ein Paradies und wir schätzen unsere Heimat jeden Tag ein bisschen mehr.

Unter den Fußgängern sieht man in Nha Trang tagsüber so gut wie keine Vietnamesen, die meisten fahren Taxi oder Moped. Die Menschen, die sich durch die 35 Grad schleppen sind durchweg Touristen – und die Touristen sind fast alle Russen. Somit ist die gesamte Infrastruktur Nha Trangs auf Russen abgestimmt, was man schon an den Supermärkten und den Beschilderungen der Lokale zu sehen bekommt. Die Restaurants in Nha Trang haben ihr Angebot auf der Speisekarte auch auf Russisch parat und es gibt auch russische Gerichte. So richtig wohl fühlen wir uns hier nicht.

Nha Trang hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten und von hier aus besteht auch die Möglichkeit das Hinterland bzw. die Berge zu bereisen. Wir müssen aber auf sämtliche Touren verzichten, denn ich habe beschlossen krank zu werden. Krank bedeutet hier soviel wie starke Kopfschmerzen, Fieber, Gliederschmerzen und Schüttelfrost – ähnlich einer sehr starken Grippe. Also bleibe ich einen Tag im Bett und warte was passiert. Leider ist keine Besserung eingetreten, so dass wir auf die Konsultierung eines vietnamesischen Arztes oder eines Krankenhauses (wir hatten dort am Vortag schon einen blutverschmierten OP-Kittel auf der Straße liegen gesehen) verzichtet und beschlossen haben, unsere Reise vorzeitig zu beenden.

So begann am nächsten Morgen die Rückreise, zuerst mit einer letzten Taxifahrt zum Flughafen Nha Trang. Während wir die letzten Dinge im Zimmer zusammenpackten, stand für die Einheimischen ab 04:30 Uhr Frühsport am Strand auf dem Programm – und wir schauten ihnen interessiert dabei zu. Dieses für uns so widersprüchliche Volk ist so diszipliniert und ehrgeizig, dass es sich um diese Uhrzeit aus dem Bett quält und Sport treibt?!

Einzelheiten zur Rückreise spare ich mir und euch. Mir ging es aber von Stunde zu Stunde besser und der nach der Rückkehr aufgesuchte Tropenarzt, sagte nur ganz flapps: „Hört sich nach Dengue-Fieber an.“

Während Henning von mir als „die Wundergeheilte“ spricht, bin ich einfach nur froh, dass ich nicht reisekrank bin und überlege schon, wo wir als nächstes hinfahren können…

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