Vientiane

Wir beschlossen unsere heutige Stadterkundung ohne Tempel und sonstige buddhistische Begegnungsstätten zu gestalten. Was bleibt da noch, fragt man sich in der Hauptstadt Laos‘, die der That Luang – wichtigstes religiöses Monument des Landes – und der Buddha Park auszeichnen. Für uns blieb der Talat Sao, ein riesiger Morgenmarkt mit der angegliederten Shopping Mall, quasi ein uns versprochenes Einkaufsparadies. Ernüchtert stellten wir nach einem Rundgang fest, dass es außer einem Kaffee nichts zu holen gab.
Also auf zur Cooperative Orthotic and Prosthetic Enterprise, kurz COPE. Diese Organisation unterstützt die Anfertigung von Prothesen und Gehhilfen und betreibt Öffentlichkeitsarbeit zur andauernden Gefährdung von Menschen durch Blindgänger. Mit Blindgängern sind die Überreste der über zwei Millionen Tonnen Bomben gemeint, die die Amerikaner im Vietnamkrieg aufgrund des Ho-Chi-Minh-Pfads auch auf Laos abwarfen. Das macht pro Einwohner etwa 2,5 Tonnen aus, eine unvorstellbare Größenordnung, von denen etwa 30% nicht explodiert sind. Die Anzahl der Opfer beträgt auch 40 Jahre nach Ende des Vietnamkrieges jährlich noch mehrere hundert Menschen. Entschädigungszahlungen der USA an den im Vietnamkrieg neutralen Staat Laos, sind bis heute nicht erfolgt. Ein Krieg, der nicht stattgefunden hat, muss wohl auch nicht entschädigt werden.
Unser Reiseführer gab uns den Tipp, unterließ es jedoch uns den genauen Ort auf dem Stadtplan aufzuzeigen. Daher fragten wir nach dem Weg. Drei von drei befragten Einheimischen gaben vor, uns nicht zu verstehen und schickten uns jedesmal in eine andere Richtung. Dem Naturell der Laoten entspricht es nämlich nicht, keine Antwort parat zu haben, lieber gibt man eine Falsche. Die Sonne stand mittlerweile im Zenit und das Thermometer zeigte satte 39 Grad Celsius. Nachdem wir versehentlich schon bei den Filmfestspielen „Vientianale“ – im übrigen gesponsert von der deutschen Botschaft – vorbeischauten, fanden wir zwei Straßen weiter doch noch in das Besucherzentrum der COPE.

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Nach einem langen, aber eindrucksvollen Einführungsfilm folgte ein Rundgang durch die kurzweilige Ausstellung zu dem viel zu wenig im Fokus der Öffentlichkeit stehenden Thema. Das Besucherzentrum befindet sich auf dem Gelände des Rehazentrums, wo direkt Betroffene anzutreffen sind.

Da die Hitze der Stadt uns förmlich erschlug, ließen wir weitere Sehenswürdigkeiten aus und fanden uns abends auf dem Markt am Ufer des Mekongs wieder.

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