Archiv der Kategorie: Fazit

Zurück in Hamburg

Nach 39 Tagen ist unsere Reise vorüber. Neun Tage eher als ursprünglich geplant, aber die Gesundheit geht zweifellos vor. Denguefieber ist ein A*!&#loch.
Der Abschied aus Asien kam somit auch für uns überraschend und im Kopf hatten wir noch gar nicht so richtig mit dem Urlaub abgeschlossen.
Nachdem wir mittlerweile sechs Tage im kalten Hamburg zurück sind, ist es an der Zeit, einen kleinen Rückblick auf die vergangenen Wochen zu werfen.

Thailand
Der Klassiker. In Thailand erlebten wir wohl den angenehmsten Teil unserer Reise. Thailand ist einfach zu bereisen und die Menschen begegneten uns dort mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Bangkok ist eine Großstadt, die glücklicherweise über eine Metro verfügt, die wir während unseres Aufenthaltes sehr geschätzt haben.
Da wir bei unserer letzten Reise schon einiges von Thailand gesehen haben, können wir nach dem Besuch des Nordens zusammenfassend sagen, dass er sich mit dem Süden nur schwer vergleichen lässt. Thailands Norden ist aber auch ohne Strände und Meer einen Besuch wert.
Uns hat es gefallen und wir sagen khop khun khaa und khop khun khap!

Laos
Die Perle! Unsere Anreise mit dem Longboat machte den Besuch des Binnenstaates schon zu Beginn zu etwas ganz Besonderem. Luang Prabang ist eine niedliche Stadt mit dem schönsten Nachtmarkt Südostasiens, in der wir uns vielleicht doch länger hätten aufhalten sollen. Dazu gab es großartiges Essen und ruhige, nette Menschen! Generell war die Zeit, die wir für Laos genommen hatten, zu knapp kalkuliert. Laos hat definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient.

Vietnam
Das Sorgenkind. Laut, überfüllt, chaotisch, mancherorts sehr dreckig, dazu schöne Strände und gutes Essen. Vietnam hat uns insgesamt etwas enttäuscht. Hierzu trugen die Hektik und die fast durchgehend ernsten Mienen der Menschen genauso bei, wie der ständige Versuch, uns über den Tisch zu ziehen. Wir hatten oft das Gefühl, dass es sich um ein großes Volk von Egoisten handelt. Aus welchen Beweggründen auch immer versuchen, viele den für sie größtmöglichen Vorteil aus allem zu ziehen. Ist das Sozialismus? Ohne dieses Verhalten wäre Vietnam wirklich liebreizender.
Von seiner schönsten Seite zeigte sich das Land für uns in Hoi An. Mit dieser Stadt werden wir unsere Erinnerungen an Vietnam verknüpfen und es so – trotz der kleinen Widrigkeiten – in guter Erinnerung behalten.

Insgesamt hatten wir in Südostasien erneut eine schöne Zeit, deren Eindrücke uns noch lange begleiten werden.
Uns wurde erneut bewusst,

  • dass Reichtum kein Indikator für Glück ist,
  • dass Flip-Flops viel bequemer als Schuhe sind,
  • dass man mit wenigen Kleidungsstücken auch lange verreisen kann,
  • dass ein warmes Gericht auch zum Frühstück schmeckt und
  • dass es zu Hause doch am schönsten ist!

IMG_0355_Frau am See in Hanoi

Es gibt jede Menge Tipps und Tricks, die man auf Reisen gebrauchen kann. Manche davon stehen in Reiseführern, weitere hört man von anderen Weltenbummlern und wieder andere lernt man einfach dazu.
Die, die wir dieses Jahr dazugelernt haben, folgen hier:

1. Taxi:
Bei der Ankunft am Flughafen wird man meist von Taxiagenturen überrannt, die noch im Gebäude versuchen, einen Taxischein an Reisende zu verkaufen. Oft ist dann so, dass die Taxen einen Flughafenaufpreis zahlen müssen oder der Aufpreis bei der Agentur bleibt. Soll heißen, dass der Taxifahrer außerhalb des Flughafengeländes einen eigenen Preis festlegen kann und dabei bis um die Hälfte günstiger ist. Wenn das Ende des Geländes in Sichtweite ist, lohnt sich der Weg vielleicht.
Ansonsten immer gerne einen Festpreis mit dem Fahrer ausmachen (zur Not aufschreiben und zeigen) und dann zum Ende der Fahrt nur diesen zahlen.

2. Wäsche:
Bei längeren Reisen sollte man seine Wäsche waschen lassen, so dass man nie mehr Kleidung als für maximal sieben Tage mitschleppen muss. Dies variiert natürlich mit der Witterungslage. Wenn man aber doch gerne in Hotels schläft, anstatt in Mehrbettzimmern der Hostels, aber nicht die hohen Reinigungspreise der Hotels zahlen möchte, dann kann man über Umwege seine Sachen von der Hotelreinigung waschen lassen. Einfach einen Menschen des Vertrauens im Hotel nach dem Ort der Wäscherei fragen, denn diese ist bei kleineren Hotels meist nicht im Haus. Die Partnerwäscherei ist oft um die Ecke – und vor Ort auch viel preiswerter.

3. Essen:
Hot Pot (hier und hier) in Thailand oder Steamboat in Malaysia – diese beiden Möglichkeiten sich sein Abendessen zuzubereiten, sollten unbedingt ausprobiert werden. Selten isst man so landestypisch.

4. Passfotos:
Birgit hatte dieses Jahr vergessen, Passfotos für das Laos-Visum und Vietnam-Visum zu besorgen. Das haben wir dann in Chiang Rai nachgeholt. Zwar sehen die Bilder nach einer kleinen Thai-Retusche aus wie dieselbige, dafür haben aber sechs Fotos umgerechnet 80,00 Baht (also ca. 2,00 Euro) gekostet – und das war ganz sicher schon ein erhöhter Spezialtouristenpreis.

5. Stadt erkunden:
Fahrräder ausleihen ist die beste und schönste Möglichkeit mit der eigenen schönen europäischen Unabhängigkeit einen fremden Ort zu erkunden. Die Kosten liegen meist nur bei max. 2,00 Euro am Tag – dafür entsprechen die Räder nicht unserem Standard – aber Spaß macht es trotzdem.

6. Bahn fahren:
In manchen Ländern gibt es Spezialpreise für Ausländer („Foreigner“). Um die zu umgehen, muss man zum Bahnhof gehen und dort einen hilfsbereiten, englischsprechenden Einheimischen finden. Wenn er die Karten kauft wird es sehr viel billiger und er kann anschließend noch ein kleines Trinkgeld bekommen.

Tipps und Tricks

Thailand

Während der Wartezeit am Flughafen Kuala Lumpur fanden wir die Zeit für ein erstes Fazit zu Thailand. Wie bei dem zu Kambodscha ist dieses selbstverständlich rein subjektiv und unter ganz frisch gesammelten Eindrücken entstanden. Würden wir später auf den Thailandaufenthalt zurückblicken, würde das Urteil bestimmt freundlicher ausfallen, da wir in einigen Monaten bestimmt nur noch auf alles Positive zurückblicken werden. Wir hatten in den letzten 30 Tagen ganz klar eine sehr tolle Zeit! 

Aber nun zum vorläufigen Resümee:

Nach der ganzen Kultur und den gigantischen Sehenswürdigkeiten Kambodschas, hatte Thailand diesbezüglich weniger zu bieten. Das noch ein wenig durch das Hochwasser gebeutelte Ayutthaya sollte der thailändische Höhepunkt unserer Besichtigungen sein, viel mehr gab es nicht zu sehen. 

Die Menschen sind freundlicher, auch Verkaufsgespräche etc. gestalteten sich oft anders als in Kambodscha, da es selten ums nackte Überleben, sondern viel mehr um ein Geschäft von vielen geht. Die Preise in Thailand sind realistisch und akzeptabel, für europäische Verhältnisse selbstverständlich günstig. Thailand ist derart touristisch erschlossen, dass es teilweise schon nervt. Für die Erfahrung, die Thailand bereits im Tourismus und im Führen von Hotels gewonnen hat, war der Service – ein Kriterium auf das wir in Kambodscha keinen Wert gelegt hatten – meistens schlecht. Als Negativbeispiel werden wir wohl unsere Busfahrten in Erinnerung behalten, als herausragendes Hotel mit Spitzenservice auf jeden Fall das Armonia Village in Chumphon. 

Seit dem Tsunami 2004 – welcher selbstverständlich nicht nur Thailand betraf – haben sich die betroffenen Gebiete weitestgehend wieder aufgerafft. Für uns waren die letzten Auswirkungen noch in persona in der Hanseatic School for Life zu sehen. Überhaupt ist die Improvisation und das Bewerkstelligen von Schicksalsschlägen bewundernswert. In Ayutthaya beispielsweise konnte man von dem Hochwasser wirklich nur noch grob etwas erahnen, da der vorangegangene Wasserstand noch an den Hauswänden und den Straßenschildern abzulesen war – alle anderen Spuren waren schon beseitigt und die Straßen repariert worden. Autofahren ist in Thailand auch sehr entspannt, für einen derartigen Trip können wir einen Mietwagen nur empfehlen.

Alles in allem war Thailand schön, wir konnten das Meer und die Sonne genießen, aber jetzt freuen wir uns schon auf Malaysia!

 

Kambodscha

Kambodscha ist ein wunderschönes Land, mit einer gigantischen Vergangenheit, aber mit einer ungewissen Zukunft. Die Kluft zwischen arm und reich ist unvorstellbar, die autokratische „Demokratie“ in allen Teilen korrupt. Die Khmer, die vor vierzig Jahren das Sagen hatten, ziehen immernoch im Hintergrund die Fäden, auch wenn sie sich zu einem vernichtend geringen Teil mittlerweile für ihre Taten in den 1970er Jahren vor Gericht verantworten müssen. Grausam, was die Khmer auszuhalten haben. 
In unseren elf Tagen in Kambodscha konnten wir natürlich nur einen kleinen Teil des Ganzen sehen, aber der Einblick der uns gewährt wurde, vermittelte einen guten Überblick. Kambodscha hat ein Müllproblem, was wohl in Europa – selbst im Vergleich mit Neapel – seinesgleichen sucht. Manchmal beschleicht einen das Gefühl, das ganze Land besteht aus Plastiktüten. Außerhalb der eigenen vier Wände, welche stets gefegt / gewischt werden und immer einen sauberen Eindruck machten, lässt der gemeine Khmer gerne alles dort fallen und liegen, wo er es geöffnet / geleert hat. Große Haufen werden zwischendurch angezündet, ebenso das Straßenbegleitgrün… Diese Einstellung ging uns nach einigen Tagen gehörig auf den Wecker, auch mit Kenntnis der Gesamtumstände kann man jedoch nicht darüber hinwegsehen. Das persönliche Auskommen und die damit verbundenen Sorgen beschäftigen die Menschen derart, dass sie für Nebensächliches einfach kein Auge haben. 
Kambodscha ist von seiner früheren Hochkultur Lichtjahre entfernt. Die Menschen besitzen keinen Stolz mehr, sie haben jeglichen Stolz verloren. 
Es hat uns in Kambodscha wirklich gefallen und es fühlt sich falsch an, so hart mit diesem Land ins Gericht zu ziehen, aber es muss sich noch viel ändern, damit es die Bevölkerung – und damit meinen wir bewusst nicht die Touristen – besser hat. 
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir eine gute Zeit hatten. In großen Teilen ist Kambodscha günstig, das Essen ist toll und es gibt viel zu sehen. Wir können jedem nur empfehlen, Kambodscha zu bereisen und sich ein eigenes Bild zu machen.