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Tag 14

Phnom Penh – Bangkok – Ayutthaya
Unser letzter Tag in Kambodscha begann diesmal mit einem Frühstück, bei dem überraschenderweise alles glatt lief, sodass wir uns anschließend wohl gestärkt und gut gelaunt auf den Weg zum Flughafen Phnom Penh machen konnten. Und auch die Fahrt verlief anders als gewohnt, sehr unkompliziert, was aber diesmal wohl unserer sehr bequemen Art zu Reisen geschuldet war. Wir gönnten uns nach mehrfachem Durchrechnen ein Privattaxi (nur für uns!!!) für 40$!
Der etwas verspätet gestartete Flug mit AirAsia nach Bangkok verlief so glatt, dass wir unsere ganze Geduld, Kraft und Aufmerksamkeit für das folgende Projekt aufsparen konnten. Wir hatten beschlossen uns die ersten fünf Tage in Thailand einen Mietwagen zu nehmen und so unsere Unabhängigkeit wieder zurück zu gewinnen. So standen wir dann eine halbe Stunde später, nachdem wir unsere Rucksäcke auf den Rücken geschnallt hatten, mit einem Zettel mit den Worten: „Thai Rent Car“ in der Hand vor dem Ausgang 3 am Flughafen und sollten doch tatsälich vom meet and greet service des Verleihers gefunden werden! Na super! Da wir ja schon einiges gewohnt waren, haben wir auch das überstanden und saßen eine weitere halbe Stunde später in unserem Mietwagen, einem Toyota Vios. 
Jetzt ging der Spass los! Unser Ziel des Tages war die frühere Königshauptstadt des Landes, Ayutthaya. Während Birgit sich an den Linksverkehr gewöhnte, verbrachte Henning die Zeit mit dem Lesen und Deuten von den in der lustigen Sprache geschriebenen Richtungsschildern und anderen am Weg vorbei rauschenden Hinweisen, um herauszufinden, wo man sich gerade befindet. Der gemeine thailändische Autofahrer erleichterte uns diese Aufgabe, mit seiner sehr rücksichtsvollen Art und Weise  – wirklich ganz anders als wir es in Kambodscha erlebt haben – sich im Straßenverkehr fortzubewegen. Unser Hotel in Ayutthaya kreisten wir vorsichtig ein, da trotz seiner Größe auch hier auf weitere Hinweisschilder zu demselbigen verzichtet wurde. Ein Abschlussbier am River „Mae Nam Chao Phraya“ und ein schnelles Abendessen, da es hier dann doch 10 grad kühler und ein wenig windig war beendeten diesen „Reisetag“.

Kambodscha

Kambodscha ist ein wunderschönes Land, mit einer gigantischen Vergangenheit, aber mit einer ungewissen Zukunft. Die Kluft zwischen arm und reich ist unvorstellbar, die autokratische „Demokratie“ in allen Teilen korrupt. Die Khmer, die vor vierzig Jahren das Sagen hatten, ziehen immernoch im Hintergrund die Fäden, auch wenn sie sich zu einem vernichtend geringen Teil mittlerweile für ihre Taten in den 1970er Jahren vor Gericht verantworten müssen. Grausam, was die Khmer auszuhalten haben. 
In unseren elf Tagen in Kambodscha konnten wir natürlich nur einen kleinen Teil des Ganzen sehen, aber der Einblick der uns gewährt wurde, vermittelte einen guten Überblick. Kambodscha hat ein Müllproblem, was wohl in Europa – selbst im Vergleich mit Neapel – seinesgleichen sucht. Manchmal beschleicht einen das Gefühl, das ganze Land besteht aus Plastiktüten. Außerhalb der eigenen vier Wände, welche stets gefegt / gewischt werden und immer einen sauberen Eindruck machten, lässt der gemeine Khmer gerne alles dort fallen und liegen, wo er es geöffnet / geleert hat. Große Haufen werden zwischendurch angezündet, ebenso das Straßenbegleitgrün… Diese Einstellung ging uns nach einigen Tagen gehörig auf den Wecker, auch mit Kenntnis der Gesamtumstände kann man jedoch nicht darüber hinwegsehen. Das persönliche Auskommen und die damit verbundenen Sorgen beschäftigen die Menschen derart, dass sie für Nebensächliches einfach kein Auge haben. 
Kambodscha ist von seiner früheren Hochkultur Lichtjahre entfernt. Die Menschen besitzen keinen Stolz mehr, sie haben jeglichen Stolz verloren. 
Es hat uns in Kambodscha wirklich gefallen und es fühlt sich falsch an, so hart mit diesem Land ins Gericht zu ziehen, aber es muss sich noch viel ändern, damit es die Bevölkerung – und damit meinen wir bewusst nicht die Touristen – besser hat. 
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir eine gute Zeit hatten. In großen Teilen ist Kambodscha günstig, das Essen ist toll und es gibt viel zu sehen. Wir können jedem nur empfehlen, Kambodscha zu bereisen und sich ein eigenes Bild zu machen. 

Tag 12

Kep
Seine Silhouette wirkt schon etwas fehlplatziert. Am Treppenaufgang steht er, im Hintergrund das Meer mit Koh Tonsay, die Sonne scheint. 
Der Weihnachtsbaum, Tannenbaum, Christbaum – wie auch immer man ihn nennen möchte. Scheinbar weder Tanne, noch Fichte, wohl eher Polyester oder so. Naja, allein der gute Wille zählt. Heiligabend kann also kommen.
Um uns auf den heutigen Pooltag vorzubereiten, nahmen wir ein extra großes Frühstück im Hotel zu uns. Schwierig gestaltete sich die Bestellung: bei fünf ausgewählten Köstlichkeiten schaffte es die Bedienung glatt drei richtige zu bringen. Der Nachbartisch hatte weniger Glück, hier lag die Fehlerquote noch höher.
Ansonsten standen nur Lesen und Ausspannen auf dem Programm.

Tag 11

Shihanoukville – Kep
Mit dem Minibus ging es dieses Mal in knapp zweieinhalb Stunden weiter nach Kep. Das Nutzen von Minibussen ist vielleicht noch lebensgefährlicher, als in einem großen Bus zu sitzen. Wir sind jedenfalls noch nie derart durchgeschüttelt worden, wie auf dieser Fahrt und gleichartige Geschwindigkeiten wurden zuvor auf den „Straßen“ in unserem Beisein auch noch nicht erreicht. Es war verwunderlich, das sich nur ein weiblicher Fahrgast übergeben musste, sodass wir einen kurzen Zwischenstopp einzulegen hatten. Es handelte sich bei der Dame ironischerweise um eine Kambodschanerin, die restlichen Fahrgäste rekrutierten sich aus Touristen unterschiedlichster Länder.
Nachdem wir das Taxi zum Flughafen für Sonntag gebucht hatten, liehen wir uns zwei Fahrräder und erkundeten die Gegend. War eine ganz geile Idee, bei gefühlten 30 Grad im Schatten, der auf unserem Weg jedoch nicht zu finden war… Auf der Suche nach einer im Reiseführer empfohlenen Bäckerei, der „Salt and Pepper Bakery“, mussten wir nach hart erstrampelten neun Kilometern leider feststellen, dass diese knapp 16 Kilometer weiter gezogen war. Den Weg ersparten wir uns und kehrten auf zwei Dosen Cola bei einer nicht im Reiseführer benannten Hütte am Straßenrand ein, welche uns unter diesen Umständen wie der Insidertipp schlechthin vorkam. Die von der Oma schnell hingeschobenen Plastikstühle erschienen im Vergleich zum Fahrradsattel für Khmer-Pos wie ein Thron – so fühlt sich Urlaub an. 

Tag 10

Sihanoukville 
Nach der Busfahrt vom Vortag stand heute ein entspannter Strandtag auf dem Programm. Auch wenn es sich bei Sihanoukville um Kambodschas angesagtesten Strandort handelt, welcher in den 1950er Jahren in den Dschungel geschlagen wurde, so suchten wir doch den nächstgelegenen Strand in Hotelnähe auf. Nach ausgiebigem Faulenzen und ein paar Dosen Angkor Bier wurde noch der Hotelpool für gut befunden, bevor wir wieder den Strand aufsuchten, um zu Abend zu essen.  Die Strände sind – aus welchen Gründen auch immer – nicht frei zugänglich, sondern erfordern oftmals ein Betreten durch die angrenzenden Lokale. Wir entschieden uns für den Weg durch den „Airport Club“, welcher im Eingangsbereich ein interessantes Verbotsschild aufweist: neben Schusswaffen, ist das Mitbringen von Messern und Handgranaten (!!), sowie das Fotografieren verboten. Aus vorstehenden Gründen gibt es hiervon leider kein Foto…
Gegessen haben wir dann ein paar Läden weiter. Für nur 2,50$ gab es leckere gebratene Gemüse-Nudeln mit Shrimps, Schwein oder Hühnchen und auch dieses Mal baten wir um ein extra Tellerchen frisches Chili.
Und „spicy“ brennt nicht nur ein Mal…